Tokio Sehenswürdigkeiten – Unsere Highlights & Tipps für euren Städtetrip
Tokio ist eine Stadt der Superlative – modern, pulsierend und gleichzeitig tief in jahrhundertealten Traditionen verwurzelt. Zwischen futuristischen Wolkenkratzern, grellen Neonlichtern und ruhigen Tempelanlagen entfaltet sich eine einzigartige Mischung aus Kultur, Architektur, hervorragendem Essen und überraschend entspannten Rückzugsorten.
Kaum eine andere Stadt hat uns mit ihren Gegensätzen so fasziniert. Während ihr gerade noch durch das historische Asakusa und vorbei am Sensō-ji schlendert, könnt ihr wenige Minuten später vom Tokyo Skytree auf ein scheinbar endloses Häusermeer blicken oder zwischen den Hochhäusern von Shinjuku stehen. Dazwischen warten immer wieder kleine Parks, Schreine, außergewöhnliche Architektur und natürlich unglaublich gutes Essen.
Tokio war für uns sowohl der Beginn als auch der Abschluss unserer Japanreise – und selbst nach mehreren Tagen hatten wir das Gefühl, gerade einmal einen kleinen Teil dieser riesigen Metropole gesehen zu haben. Für einen ersten Eindruck würden wir deshalb mindestens vier volle Tage, wenn möglich aber etwas mehr Zeit einplanen.
Unsere Empfehlungen für euren Tokio-Trip:
Tokio auf einen Blick
Inhaltsverzeichnis
- Tokio auf einen Blick
- Anreise nach Tokio
- Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Tokio
- Asakusa & Sensō-ji – das historische Tokio
- Tokyo Skytree – Tokio aus 350 Metern Höhe
- Tokyo Metropolitan Government Building – kostenlose Aussicht über Shinjuku
- Shibuya – Neonlichter, Menschenmengen & Shibuya Crossing
- Meiji-Schrein – Ruhe mitten in Tokio
- Ginza – zwischen Luxus, Geschichte & moderner Architektur
- Architektur in Minato - Tadao Ando
- teamLab Borderless, Kunst zum Eintauchen
- Hie-Schrein, rote Torii zwischen Hochhäusern
- Tokyo Tower
- Obaiba und die Rainbow Bridge
- Shinjuku bei Nacht
- The Tokyo Toilet - ein etwas unerwartetes Highlight
- Weitere Highlights in Tokio
- Essen und Kulinarik in Tokio
- Unterkünfte in Tokio
- Lohnt sich Tokio?
- Unsere weiteren Reiseziele in Japan
Anreise nach Tokio
Tokio besitzt mit Haneda und Narita zwei große internationale Flughäfen. Von beiden kommt ihr bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die gesamte Stadt. Somit würden wir die Entscheidung, welchen Flughafen ihr wählt, rein auf die für euch bessere Flugverbindung treffen.
In Tokio würden wir der Lage des Hotels oder Apartments dafür deutlich mehr Bedeutung geben als in vielen anderen Städten. Die Metropole ist riesig und auch wenn das öffentliche Verkehrsnetz hervorragend funktioniert, können Fahrten zwischen weit auseinander liegenden Vierteln einiges an Zeit kosten. Eine Unterkunft in der Nähe eines größeren Bahnhofs mit mehreren Linien spart deshalb während des gesamten Aufenthalts viel Zeit.
Wir haben uns für die Umgebung von Ikebukuro entschieden. Der Bahnhof gehört zu den großen Verkehrsknotenpunkten Tokios und war für unsere Erkundungen ein sehr praktischer Ausgangspunkt. Gleichzeitig gibt es rundherum zahlreiche Restaurants, Bars und Geschäfte und auch die Preise der Unterkünfte sind sehr moderat.
Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Tokio
Tokio besitzt nicht das eine historische Zentrum, in dem sich alle Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß miteinander verbinden lassen. Vielmehr besteht die Stadt aus zahlreichen Vierteln mit völlig eigenem Charakter. Genau diese Vielfalt hat uns besonders begeistert.
In Asakusa erlebt ihr das traditionelle Tokio, Shibuya und Shinjuku stehen für Neonlichter und Großstadtleben, Ginza verbindet Luxus mit spannender Architektur und rund um Odaiba zeigt sich die futuristische Seite der Metropole.
Unser Tipp: Versucht nicht, möglichst viele einzelne Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Kombiniert stattdessen Orte, die geografisch zusammenpassen, und nehmt euch auch Zeit, einfach durch die jeweiligen Viertel zu schlendern, denn ihr werdet auch an vielen nicht so bekannten Ecken geniale Orte entdecken!
Asakusa & Sensō-ji – das historische Tokio
Einen besonders starken Kontrast zum modernen Tokio erlebt ihr im Stadtteil Asakusa. Hier hat sich viel vom historischen Charakter der Stadt erhalten. Im Mittelpunkt steht der Sensō-ji, der älteste buddhistische Tempel Tokios und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der japanischen Hauptstadt.
Schon der Weg dorthin gehört zum Erlebnis. Durch das mächtige Kaminarimon-Tor gelangt ihr auf die Nakamise Shopping Street, die zwischen kleinen Geschäften, traditionellen Souvenirs und zahlreichen Streetfood-Ständen direkt in Richtung Tempelanlage führt.
Uns hat aber nicht nur der Sensō-ji selbst gefallen. Auch die kleineren Straßen rund um den Tempel lohnen sich und bilden einen spannenden Kontrast zum modernen Tokio, das euch nur wenige Meter entfernt erwartet.
Direkt an der Asakusa Station befindet sich außerdem die etwas versteckte Asakusa Underground Street. Viele Lokale öffnen hier erst später am Tag. Falls ihr schon früher Hunger bekommt, können wir die Juicy Dumpling Manufactory empfehlen.
Tokyo Skytree – Tokio aus 350 Metern Höhe
Nur wenige Schritte über den Sumida-Fluss trennen das historische Asakusa von einem der modernsten Wahrzeichen Tokios: dem Tokyo Skytree.
Bereits von unten ist der Turm beeindruckend, noch spektakulärer wird es aber auf den Aussichtsplattformen. Das Tembo Deck liegt auf rund 350 Metern, die darüberliegende Tembo Galleria reicht bis etwa 450 Meter Höhe.
Wir entschieden uns für die Plattform auf 350 Metern und fuhren kurz vor Sonnenuntergang hinauf. Das würden wir genauso wieder machen: Zuerst liegt das scheinbar endlose Tokio noch bei Tageslicht vor euch, bevor nach und nach überall die Lichter angehen.
Unser Tipp: Reserviert unbedingt vorab für einen festes Zeitslot. Gerade rund um den Sonnenuntergang können beliebte Slots sehr schnell vergeben sein. Wir würden außerdem verschiedene Anbieter vergleichen, da sich die Preise durch Aktionen und Währungsumrechnungen unterscheiden können, bei uns war der Eintritt über die Plattform Klook beispielsweise deutlich günstiger als auf der offiziellen Seite des Tokyo Skytree.
Tokyo Metropolitan Government Building – kostenlose Aussicht über Shinjuku
Nicht nur der Skytree bietet beeindruckende Ausblicke. Wir waren sogar zweimal auf der Aussichtsplattform des Tokyo Metropolitan Government Building in Shinjuku.
Von über 200 Metern Höhe eröffnet sich eine völlig andere Perspektive auf Tokio als vom Tokyo Skytree. Statt des endlosen Häusermeeres rund um Asakusa blickt ihr hier direkt auf die Hochhäuser von Shinjuku.
Bei klarer Sicht könnt ihr von hier sogar den Mount Fuji erkennen – genau das ist uns am letzten Tag unserer Japanreise gelungen und war ein ziemlich perfekter Abschluss.
Besonders praktisch: Die Aussichtsplattform kann kostenlos besucht werden. Bei unseren beiden Besuchen mussten wir jeweils nur kurze Zeit warten, bevor es mit dem Aufzug nach oben ging.
Shibuya – Neonlichter, Menschenmengen & Shibuya Crossing
Shibuya gehört zu jenen Vierteln, die unser Bild von Tokio aus Filmen und Fotografien geprägt haben. Riesige Displays, Leuchtreklamen, dichte Menschenmengen und unzählige Geschäfte sorgen besonders am Abend für genau jene Großstadtatmosphäre, die viele mit Tokio verbinden.
Mitten in Shibuya gibt es auch eine weitere bekannte Aussichtsplattform mit Ausblick auf die berühmteste Kreuzung Japans. Für Shibuya Sky* müsst ihr euch allerdings definitiv vorab Tickets besorgen. Die Plattform liegt auf knapp 230 m Höhe im Shibuya Scramble Square. Wir haben sie jedoch nicht besucht, denn auch die Kreuzung fanden wir nicht besonders spektakulär. Ähnliche Kreuzungen gibt es in Japans Großstädten übrigens viele, und einige davon waren mindestens genauso eindrucksvoll. Von der Aussichtsplattform kann das aber natürlich ganz anders sein.
Deutlich spannender fanden wir die Shibuya Center-Gai Street und die vielen umliegenden Gassen. Gerade nach Einbruch der Dunkelheit macht es Spaß, sich hier einfach treiben zu lassen und auch die unterschiedlichen Shops und Restaurants zu erkunden.
Meiji-Schrein – Ruhe mitten in Tokio
Nur wenige Kilometer vom hektischen Shibuya entfernt wirkt der Meiji-Schrein beinahe wie eine andere Welt. Der bedeutende Shinto-Schrein wurde zu Ehren von Kaiser Meiji und seiner Frau errichtet und liegt mitten in einer großen, dicht bewaldeten Grünanlage.
Schon der lange Weg zum Hauptschrein gehört zum Erlebnis. Ihr spaziert unter mächtigen Torii hindurch und passiert unterwegs unter anderem die bekannten Wände aus Sake- und Weinfässern. Besonders interessiert hätten wir uns auch für das Meiji Jingu Museum. Das moderne Gebäude wurde vom japanischen Architekten Kengo Kuma entworfen – bei unserem Besuch war das Museum allerdings geschlossen. Für unseren nächsten Tokio-Aufenthalt steht es deshalb bereits wieder auf der Liste.
Nicht weit entfernt lohnt sich außerdem ein kurzer Abstecher zum Tokyu Plaza. Auf den Gebäuden findet ihr begrünte Dachterrassen, die sich bei gutem Wetter perfekt für eine kurze Pause eignen, auf den Terrassen könnt ihr eine leckeren Kaffee oder auch euer selbst mitgebrachtes genießen. Auch das Konzept der Shops selbst ist einen kurzen Besuch wert.
Ginza – zwischen Luxus, Geschichte & moderner Architektur
Ginza gilt seit weit über einem Jahrhundert als eines der elegantesten Viertel Tokios. Seinen Namen verdankt das Gebiet einer ehemaligen Silbermünzstätte.
Nach einem großen Brand im 19. Jahrhundert wurde Ginza teilweise nach westlichen Vorbildern neu gestaltet. Breite Straßen und neue Gebäudetypologien machten das Viertel früh zu einem Symbol für die Modernisierung Japans. Heute dominieren Flagship-Stores internationaler Luxusmarken wie Chanel, Dior und Hermès, japanische Traditionshäuser und zahlreiche spannende Neubauten das Straßenbild. Besonders markant ist das Ginza Wako Building mit seinem charakteristischen Uhrenturm.
Doch Ginza hat mehr zu bieten: Im südlichen Teil steht mit dem Kabukiza-Theater eines der bedeutendsten Zentren traditioneller japanischer Darstellkunst. Gourmets finden in Ginza einige der besten Restaurants Tokios und Japans, ebenso Kunstbegeisterte zahlreiche Galerien in den Nebenstraßen des Viertels. Bei einem Spaziergang durch das Viertel entdeckt ihr immer wieder Fundstücke aus der Vergangenheit, die Ginza noch spannender machen. Das Viertel steht somit wie kaum ein anderer Ort in Tokio für einen gelungenen Spagat zwischen Vergangenheit und Moderne.
Auch mit moderne Architektur geizt Ginza nicht. Am beeindruckendsten fanden wir die Maison Hermes Ginza vom italienischen Architekten Renzo Piano. Vor allem nach Sonnenuntergang entfalten die Fassade aus transparenten Glasbausteinen ihren ganzen Charme. Unsere weiteren Highlights waren das Mikimoto Ginza Main Store Building, das Louis Vuitton Matsuya Ginza und die modernen Malls Tokyu Plaza Ginza und Ginza Six.
Aber besonders die Mischung hat uns an Ginza besonders gefallen: Das Viertel steht wie kaum ein anderes für den ständigen Spagat Tokios zwischen Tradition und Moderne.
Architektur in Minato - Tadao Ando
Für Architekturfans lohnt sich ein Abstecher nach Minato ganz besonders. Zwei unserer Highlights waren die 21 21 Design Sight Gallery im Hinokicho Park und The National Art Center, beide Gebäude können auch kostenlos besucht werden.
Das National Art Center stammt von Kisho Kurokawa und hat uns bereits von außen mit seiner geschwungenen Glasfassade beeindruckt. Die 21 21 Design Sight Gallery wurde dagegen vom wohl bekanntesten Architekten Japans Tadao Ando geplant und zeigt seine typisch reduzierte Architektursprache aus Beton, klaren Geometrien und sorgfältig gesetzten Blickbeziehungen.
In einem der beiden Gebäudeteile gibt es sogar gratis Ausstellungen von japanischen Künstlern. Wollt ihr etwas Ruhe vom Großstadttrubel, ist der Hinokicho Park selbst auch eine tolle Möglichkeit – hier lässt es sich richtig gut für kurze Zeit entspannen.
teamLab Borderless, Kunst zum Eintauchen
Ein vollkommen anderes Kunsterlebnis erwartet euch bei teamLab Borderless in den Azabudai Hills. Das Museum, ein Kunstmuseum der anderen Art, liegt auf über 10.000 Quadratmetern im Untergeschoss der Mall. Statt klassischer Bilder oder Skulpturen erlebt ihr digitale Installationen, die sich zwischen den Räumen bewegen, mit euren Bewegungen interagieren und ständig ihre Form verändern. Dadurch werdet ihr gewissermaßen selbst Teil der Ausstellung. Oder ihr lasst einfach selbst eure Zeichnung zum Kunstwerk werden, wie wir unsere Schildkröte – vor allem für Kinder oder auch uns zwei erwachsene Kinder toll.
Mit teamLab Planets gibt es in Tokio noch ein zweites großes Erlebnis des Künstlerkollektivs. Dort bewegt ihr euch teilweise barfuß durch die Installationen und sogar durch Wasserbecken inmitten digitaler Koi-Karpfen.
Hie-Schrein, rote Torii zwischen Hochhäusern
Ebenfalls im Stadtteil Minato liegt ein weiterer Ort, an dem die Gegensätze Tokios besonders deutlich werden, der Hie-Schrein. Die historische Anlage befindet sich mitten zwischen modernen Hochhäusern. Besonders fotogen ist der Zugang über eine Treppe, die von zahlreichen roten Torii gesäumt wird. Gerade der Kontrast zwischen traditioneller japanischer Architektur und moderner Großstadt macht den Hie-Schrein für uns zu einem der spannendsten kleineren Fotospots Tokios. Und der Besuch lässt sich bestens mit dem teamLab Borderless und den Architektur Highlights in Minato verbinden.
Tokyo Tower
Der Tokyo Tower gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen der japanischen Hauptstadt. Wir selbst waren nicht auf seiner Aussichtsplattform, von außen gehört der rot-weiße Turm für uns aber definitiv zu den schönsten Fotomotiven Tokios.
Gerade zwischen den modernen Hochhäusern von Minato entsteht ein spannender Kontrast. Wer noch nicht genug von Aussichtspunkten bekommen hat, kann Tokio auch vom Tower aus von oben erleben. Da wir bereits den Skytree und das Metropolitan Government Building besucht hatten, haben wir darauf bei dieser Reise verzichtet, beim nächsten Mal werden wir aber bestimmt nach oben.
Obaiba und die Rainbow Bridge
Einen völlig anderen Eindruck von Tokio vermittelt die Bucht rund um Odaiba. Die künstlich angelegte Insel ist heute ein modernes Freizeit- und Shoppinggebiet. Schon die Fahrt mit der Yurikamome-Line entlang der Bucht und über die Rainbow Bridge hat uns richtig gut gefallen. Die markante Hängebrücke verbindet Odaiba mit dem übrigen Tokio und gehört inzwischen selbst zu den Wahrzeichen der Stadt.
Ein etwas unerwartetes Fotomotiv wartet an der Promenade: eine rund zwölf Meter hohe Nachbildung der Freiheitsstatue. Von der richtigen Position lässt sie sich gemeinsam mit der Rainbow Bridge und der Skyline von Tokio fotografieren. Wir waren tagsüber dort. Besonders schön stellen wir uns die Bucht allerdings auch bei oder nach Sonnenuntergang vor, wenn Skyline und Brücke beleuchtet sind.
Shinjuku bei Nacht
Wenn Tokio nach Sonnenuntergang noch einmal eine völlig andere Seite zeigt, dann ganz besonders in Shinjuku. Eine der bekanntesten Gassen ist Omoide Yokocho, auch Memory Lane genannt. Zwischen den engen Wegen reihen sich winzige Bars und traditionelle Izakayas aneinander, während rote Laternen die Gassen beleuchten.
Nur wenige Minuten entfernt liegt Golden Gai, ein dichtes Labyrinth aus kleinen Bars. Gemeinsam mit Kabukicho und den umliegenden Straßen entsteht hier eines der bekanntesten Nachtviertel Tokios.
Uns haben allerdings gerade auch die weniger berühmten Straßen rund um diese Hotspots gefallen. Unter anderem landeten wir in der etwas versteckten BAR Globe, in der wir einen richtig schönen Abend verbrachten.
Falls ihr Tokio nach Einbruch der Dunkelheit erleben möchtet, gehört Shinjuku für uns definitiv dazu.
The Tokyo Toilet - ein etwas unerwartetes Highlight
Ein etwas skurriles Highlight, beziehungsweise gleich siebzehn davon, liegen verstreut im ganzen Stadtteil Shibuya. Im Rahmen des Projekts „The Tokyo Toilet“ sind insgesamt 17 öffentliche Toiletten neu gestaltet – und zwar von international renommierten Architekten, darunter Tadao Ando, Toyo Ito, Kengo Kuma, Fumihiko Maki und Shigeru Ban.
Ziel war es, das Image öffentlicher Toiletten mit zeitgemäßer Architektur, Technologie und Design zu revolutionieren und die Barrieren für die Nutzung im Alltag zu senken. Aus unserer Sicht ist das definitiv gelungen!
Die bekannteste ist jene von Shigeru Ban, eine transparente Toilette im Yoyogi Fukamachi Mini Park: Hier sind die Außenwände aus farbigem Spezialglas zunächst komplett durchsichtig – nur bei verschlossener Tür werden sie per Strom und Folientechnik undurchsichtig. Wir mussten sie natürlich testen, wussten aber nicht, dass die Toilette von Oktober bis Mai aufgrund der kälteren Temperaturen dauerhaft undurchsichtig bleibt, da die Zeitspanne des Undurchsichtig-Werdens sonst zu lang wäre. Gerne hätten wir auch mehr der 17 Toiletten besucht, aber für mehr als drei hat unsere Zeit leider nicht gereicht. Schön und sauber war übrigens jede der unzähligen öffentlichen Toiletten in Tokio!
Gerade Projekte wie dieses machen Tokio für uns als Architekten so spannend: Gute Gestaltung findet hier nicht nur bei Museen oder spektakulären Hochhäusern statt, sondern teilweise an Orten, an denen man sie überhaupt nicht erwarten würde.
Weitere Highlights in Tokio
Selbst nach mehreren Tagen blieb unsere Liste für Tokio ziemlich lang. Nicht geschafft haben wir beispielsweise Shibuya Sky, die Aussichtsplattform des Tokyo Tower oder weitere Anlagen des Projekts THE TOKYO TOILET. Auch das von Kengo Kuma entworfene Meiji Jingu Museum möchten wir bei unserem nächsten Aufenthalt nachholen.
Darüber hinaus gibt es mit Vierteln wie Akihabara, Ueno oder rund um die Tokyo Station noch ganze Bereiche der Stadt, für die bei unserem Aufenthalt schlicht nicht genügend Zeit blieb.
Genau diese unglaubliche Vielfalt macht Tokio für uns aus. Wahrscheinlich kann man die Stadt ohnehin nicht bei einer einzigen Reise vollständig kennenlernen – und das ist einer der Gründe, warum wir so gerne wiederkommen möchten.
Essen und Kulinarik in Tokio
Genauso vielfältig wie die Stadt selbst ist auch das Essen in Tokio. Gefühlt findet ihr an jeder Ecke kleine Restaurants, Ramen-Lokale, Sushi-Bars oder Izakayas, die traditionellen japanischen Kneipen.
Wir haben während unserer Zeit in Tokio ausgesprochen gut gegessen. Gerade die kleineren und manchmal unscheinbaren Lokale haben uns dabei besonders häufig überrascht.
Tsukiji Outer Market
Südlich von Ginza liegt mit dem Tsukiji Outer Market einer der bekanntesten Märkte Tokios. Heute sind hier zwar viele Touristen unterwegs, das macht das Essen aber nicht weniger gut. Besonders am Vormittag könnt ihr zwischen Fischhändlern, kleinen Geschäften und Souvenirständen zahlreiche japanische Spezialitäten probieren. Uns hat die Atmosphäre am Tsukiji Outer Market sehr gefallen und wir würden den Markt jederzeit wieder besuchen – am besten natürlich mit Hunger.
Unsere Restauranttipps in Tokio
Schon an unserem ersten Tag in Ginza hatten wir richtig gutes Ramen. Eigentlich wollten wir zu Tsujita Ginza, die Warteschlange war uns allerdings deutlich zu lang. Nur wenige Minuten entfernt fanden wir mit Ippudo Ginza eine Alternative – und es war richtig lecker.
Eines unserer Lieblingsrestaurants in Tokio war außerdem Uobei Shibuya Dogenzaka. Hier bekommt ihr leckeres Sushi zu einem sehr guten Preis und gleichzeitig genau dieses etwas andere Restaurant-Erlebnis, das man sich in Japan irgendwie erwartet.
Frühstücksliebhabern können wir den Coffee Shop Pinocchio empfehlen. Dort gibt es traditionelle japanische Pfannkuchen. Fast noch stärker als das Essen sind uns allerdings die unglaublich freundlichen Besitzer in Erinnerung geblieben. Beim ersten Versuch bekamen wir keinen Platz und kamen deshalb noch einmal wieder – diesmal mit Erfolg. Unser Tipp: Falls ihr den Coffee Shop Pinocchio besuchen möchtet, seid möglichst ein wenig vor der Öffnung dort.
Und manchmal funktioniert Tokio auch ganz ohne Restaurantliste am besten: Einfach durch die Straßen laufen und dort hineingehen, wo es gut aussieht. Auf diese Weise haben wir während unserer Japanreise einige unserer liebsten Lokale gefunden.
Unterkünfte in Tokio
Aus unserer Sicht entscheidet in Tokio vor allem die Lage darüber, ob eine Unterkunft gut funktioniert.
Aufgrund der immensen Größe der Stadt würden wir möglichst in der Nähe eines größeren Bahnhofs mit mehreren Linien wohnen. Für uns war Ikebukuro deshalb eine sehr praktische Wahl. Rund um den Bahnhof gibt es zahlreiche Restaurants, Bars und Geschäfte und ihr erreicht viele Teile Tokios unkompliziert mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Mit unseren konkreten Unterkünften hatten wir allerdings etwas weniger Glück.
Zu Beginn unserer Reise verbrachten wir drei Nächte im Kankokukan Business Hotel. Die Unterkunft war sauber und die Dachterrasse gemütlich, die Zimmer sind allerdings extrem klein. Für größere Personen würden wir sie deshalb eher nicht empfehlen. Neben der Matratze blieb kaum Platz für unsere Rucksäcke und auch das Bett war für uns deutlich zu kurz.
Für unseren zweiten Aufenthalt buchten wir spontan eine Unterkunft über Airbnb. Schlafzimmer und Bett waren sauber und gemütlich, beim Badezimmer mussten wir allerdings einige Abstriche machen. Für unsere letzten beiden Nächte war die Unterkunft in Ordnung, uneingeschränkt empfehlen würden wir aber auch sie nicht.
Das Viertel selbst würden wir dagegen jederzeit wieder wählen. Alternativ bieten sich Shinjuku oder die Umgebung von Shibuya an, wenn ihr mitten im Geschehen wohnen möchtet.
Lohnt sich Tokio?
Ja - absolut! Tokio gehört für uns zu jenen Städten, die man kaum bei einem einzigen Besuch vollständig erfassen kann. Innerhalb weniger Meter wechselt die Stadt zwischen historischen Tempeln, ruhigen Parks, kleinen Wohnstraßen, gigantischen Hochhäusern, leuchtenden Vergnügungsvierteln und außergewöhnlicher Architektur.
Für einen ersten Aufenthalt würden wir mindestens vier volle Tage einplanen. Wer Tokio entspannter erleben oder einzelne Museen und Viertel ausführlicher entdecken möchte, kann aber problemlos mehrere Wochen bleiben.
Tokio war für uns der perfekte Beginn und Abschluss unserer Japanreise – und trotz der vielen bereits besuchten Orte ist unsere Liste für den nächsten Aufenthalt eher länger als kürzer geworden, wir wollen also auf jeden Fall wieder kommen!
Unsere weiteren Reiseziele in Japan
- Japan - Unsere Rundreise
- Osaka - Streetfood & Großstadtleben
- Kyoto - Tempel & traditionelle Architektur
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