Neapel - Geburtsort der Pizza

Neapel ist eine lebendige Hafenstadt im Süden Italiens, die für ihre reiche Geschichte, ihr intensives Lebensgefühl und ihre weltberühmte Pizza bekannt ist. Gelegen am Golf von Neapel und geprägt vom mächtigen Vesuv, verbindet die Stadt antike Stätten, barocke Kirchen und enge Altstadtgassen mit mediterranem Chaos, aber auch mit ganz viel Charme. Gleichzeitig ist Neapel ein perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge nach Pompeji, Capri oder an die Amalfiküste.

Neapel auf einen Blick

Land / Region
Italien, Kampanien
Beste Reisezeit
April–Juni, September–November
Flugdauer (Wien)
ca. 1,5 Stunden (Direktflug)
Flughafen → Stadt
ca. 30 Min. mit Bus (~5 €)
Empfohlene Dauer
3–4 Tage

Inhaltsverzeichnis

Anreise nach Neapel

Von Wien aus ist Neapel mit dem Flugzeug sehr gut erreichbar, sodass sich auch ein kurzer Wochenendtrip problemlos anbietet, wir haben unseren Ende November 2025 gemacht. Je nach Verbindung seid ihr in rund zwei Stunden vor Ort und habt beim Anflug oft schon schöne Ausblicke auf Küste und Vulkanlandschaft.

Vom Flughafen kommt ihr mit dem Alibus bequem ins Zentrum. Der Bus fährt regelmäßig und braucht ungefähr 35 Minuten bis in die Innenstadt; Tickets könnt ihr online oder direkt beim Fahrer kaufen.

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Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Neapel

Neapel und seine Umgebung bieten eine beeindruckende Vielfalt an Sehenswürdigkeiten. In der Stadt selbst faszinieren die historische Altstadt, welche UNESCO-Weltkulturerbe ist. Aber nicht nur in der Stadt gibt es tolle Highlights, nur wenige Kilometer entfernt warten noch bekanntere Sehenswürdigkeiten.

Altstadt von Neapel und Spaccanapoli

Die historische Altstadt (Centro Storico) ist das Herz von Neapel und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Spaccanapoli, die berühmte, schnurgerade Straße, teilt die Altstadt und führt an Kirchen, Handwerksläden und traditionellen Cafés vorbei — ideal für einen ersten Stadtrundgang und Street-Photography. Tipp: startet früh morgens, um die engen Gassen ohne Menschenmassen zu erleben.

Duomo di Napoli

Die Kathedrale von Neapel, der Duomo di Napoli, verbindet mehrere Epochen miteinander und zeigt dadurch eine Mischung aus gotischen, barocken und neogotischen Elementen. Besonders eindrucksvoll ist die Fassade, die im 19. Jahrhundert erneuert wurde, während der Innenraum mit seinen hohen Gewölben, reich verzierten Kapellen und kunstvollen Details deutlich älter wirkt. Sehenswert ist vor allem die Cappella del Tesoro di San Gennaro, die mit Marmor, Fresken und goldenen Verzierungen besonders prunkvoll gestaltet ist. Der Dom liegt mitten im historischen Zentrum und lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die Altstadt verbinden.

Quartieri Spagnoli

Die Quartieri Spagnoli sind eines der authentischsten Viertel in Neapel: lebendig, dicht und voller Charakter. Zwischen engen Gassen, flatternder Wäsche, kleinen Lokalen und unzähligen Murals kommt richtiges Neapel Gefühl hoch. Besonders bekannt ist das Viertel auch für die vielen Maradona-Bezüge, die man hier an Hauswänden, Altären und kleinen Geschäften überall entdeckt. Uns haben die Spaziergänge durch das Viertel sehr gut gefallen, jedes Mal gibt es unzählige neue Dinge zu entdecken und nach einem Besuch tagsüber erkennst du die selbe Ecke am Abend nicht mehr wieder.

Castel Nuovo und die Hafenpromenade

Das Kastell am Hafen ist ein markanter historischer Bau, darin befindet sich heute ein Museum mit wechselnden Ausstellungen. Die angrenzende Hafenpromenade lädt definitiv zu einem Spaziergang mit Blick auf die Fähren nach Capri und Ischia ein, da die Promenade während unseres Besuches saniert wurde ist sie bei eurem Besuch bestimmt noch schöner.

Castel Sant'Elmo und Certosa di San Martino

Hoch über der Stadt bietet Castel Sant’Elmo eine der besten Aussichten auf Neapel, den Golf und den Vesuv. Direkt nebenan liegt auch die Certosa di San Martino mit Museum und historischer Klosteranlage. Beide Orte lassen sich gut in einer Tour verbinden. Aber falls ihr die Certosa di San Marino nicht erkunden wollt, können wir euch die Aussicht vom Castel und den umliegenden Gassen mehr als nur empfehlen. Tipp: Falls ihr die Zeit dazu habt und wie wir klein Hobbyfotografen seit, kommt am besten zu Sonnenuntergang für geniale Panorama-Fotos!

Archäologisches Nationalmuseum

Für das archäologische Nationalmuseum war uns das Wetter leider einfach zu gut, falls wir wieder in Neapel sind werden wir es aber auf jeden Fall besuchen. Das Museum beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen zur antiken Stadtgeschichte, darunter auch viele Exponate aus Pompeji und Herculaneum.  

Piazza del Plebiscito, Teatro di San Carlo und Galleria Umberto I

Die große Piazza del Plebiscito mit dem königlichen Palast (dem Palazzo Reale) ist ein zentraler Treffpunkt der Stadt, hier finden auch immer wieder große Veranstaltungen statt. In der Nähe liegen das beeindruckende Opernhaus Teatro di San Carlo und die elegante Galleria Umberto I, die ihr bestimmt schon auf einigen Fotos gesehen habt — perfekt für Architektur- und Kulturinteressierte. Und gut kombinierbar mit einem Spaziergang entlang der Promenade und dem Castel dell'Ovo.

Unterirdisches Neapel

Wer einen anderen Blickwinkel auf die Stadt bekommen will könnte diesen aus dem Untergrund bekommen. Unter der lebhaften Altstadt erstreckt sich ein weit verzweigtes Netz aus Gängen, Tunneln, Zisternen und ehemaligen Schutzräumen, das über Jahrhunderte entstanden ist. Bei einer Führung erfährt man nicht nur mehr über die Geschichte der Stadt, sondern auch darüber, wie wichtig diese unterirdischen Räume früher für die Wasserversorgung und den Schutz der Bevölkerung waren. Wir selbst haben es diesmal leider nicht geschafft, weil unsere Zeit in Neapel zu knapp war, aber wir würden es bei einem nächsten Besuch definitiv einplanen. Gerade bei schlechtem Wetter ist das Unterirdische Neapel eine tolle Alternative. Führungen sind in der Regel zeitgebunden und ihr solltet sie länger im Voraus reservieren.

Ausflüge ab Neapel

Auch rund um Neapel liegen einige Highlights. Neben den bedeutendsten archäologischen Stätten der Welt und einen der gefährlichsten Vulkane der Welt findet ihr im Umkreis mit der Amalfiküste eine der schönsten Küstenregionen Italiens und mit Procida, Ischia und Capri drei außergewöhnlich schöne Inseln.

Tipps für den Besuch von Pompeji

Wer Lust hat auch abseits der Stadt etwas zu erleben, ist in knapp einer Stunde in Pompeij. Pompeji ist eine der bedeutendsten archäologischen Stätten der Welt, UNESCO-Weltkulturerbe und liegt am Fuße des Vesuvs. Die antike römische Stadt wurde im Jahr 79 n. Chr. durch einen Vulkanausbruch begraben und außergewöhnlich gut konserviert. Heute ermöglichen die freigelegten Straßen, Wohnhäuser, Tempel, Thermen und Theater einen einzigartigen Einblick in das Alltagsleben der Römer. Besonders eindrucksvoll sind die gut erhaltenen Wandmalereien, Mosaike und Gipsabdrücke der Opfer. Am besten bucht ihr vorab euer Ticket, auch den Audio-Guide können wir euch sehr empfehlen. Diesen könnt ihr direkt über die App nutzen, die auch bei der Navigation sehr hilfreich ist. Wir haben knapp sechseinhalb Stunden in Pompeji verbracht und hatten danach nicht ansatzweise das Gefühl alles erkundet zu haben.  

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Herculaneum als alternative Ausgrabungsstätte

Herculaneum ist eine spannende Alternative zu Pompeji und oft etwas ruhiger zu besichtigen. Auch diese antike Stadt wurde beim Ausbruch des Vesuvs verschüttet, ist heute aber deutlich kleiner und sollte dadurch sehr gut in einem halben Tag machbar sein. Herculaneum steht auf jeden Fall auf der Bucket-List unserer nächsten Reise nach Neapel.

Ausflug auf den Vesuv ab Neapel

Der Krater des Vesuv liegt etwa 22 Kilometer außerhalb des Stadtzentrums und ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und den Vesuvio Express erreichbar. Plätze für den Vesuvio Express solltet ihr vorab reservieren. Die Busse fahren beim Bahnhof Ercolano Scavi ab, diesen erreicht ihr aus der Stadt in 15 bis 20 Minuten mit einer Zugverbindung in Richtung Sorrento. Es gibt auch Kombitickets für Bus und Eintritt zum Krater. Oben angekommen erwartet euch ein beeindruckender Blick über den Golf von Neapel, der den Aufwand auf jeden Fall wert ist.

Inseln: Capri, Ischia und Procida

Von Neapel aus sind die Inseln Capri, Ischia und das bunte Procida leicht per Fähre erreichbar. Capri ist für die Blaue Grotte und elegante Promenaden bekannt, Ischia für Thermalquellen und Strände, Procida für seine malerische Küstenidylle. Ihr könnt einen Tagesausflug auch mit einer Übernachtung auf einer der Inseln kombinieren. Die Fähren fahren in Neapel vom Hafen Molo Beverello - auch Porto di Napoli genannt ab, also direkt am Stadtzentrum. Bis Capri benötigt die Fähre rund eineinhalb Stunden, zu den anderen Inseln rund eine Stunde.

Essen in Neapel

Wir lieben es, wenn der Flug sehr zeitig in der Früh geht, sodass wir schon zum Frühstücken in einer anderen Stadt sitzen können. Daher war unser erster Stopp ein Café im Stadtteil Centro Storico, nahe des Doms. Im „Spaccanapoli Cafe“ gab es aus unserer Sicht ein super leckeres Pistaziencroissant, mit tollem Preis-Leistungs-Verhältnis. Abends waren wir zu einem Pizza und Tiramisu Kochkurs in einem super süßen Restaurant, hierzu aber mehr in einem extra Abschnitt.

Pizza Margherita in Neapel

Natürlich findet man an jeder Ecke in Neapel lecker aussehende Pizza, aber wir haben uns dafür entschieden dem Hype nachzugehen und die Pizza in der „L'Antica Pizzeria da Michele“ auszuprobieren. Bekannt wurde der Laden vor allem durch den Film „Eat-Pray-Love“ mit Julia Roberts. Die Pizzeria besteht bereits seit 1870 und gilt als eine der ältesten und traditionsreichsten Pizza-Adressen der Welt. Und es hat sich mehr als gelohnt! Nicht umsonst ist die Pizzaria Dauergast im Guide Michelin, auf der Karte stehen übrigens nur zwei Pizzen, Margherita und Marinara und beide waren einfach genial! 

Typische Spezialitäten und Cafés

Das Gran Caffè Gambrinus ist ein wunderschönes, traditionsreiches Café im Zentrum von Neapel, das uns mit seiner Atmosphäre fast ein bisschen an das Café Sacher in Wien erinnert hat — nur eben etwas entspannter und preislich angenehmer. Zwischen historischem Interieur, feinem Kaffee und süßen Spezialitäten lässt sich hier eine kleine Pause vom Stadttrubel einlegen. Wir hatten es vorab eigentlich gar nicht am Schirm und sind normalerweise nicht die noblen Typen, die kurze Auszeit hat uns aber trotzdem gefallen.

In den Cafés und Pasticcerien in Neapel gibt es vor allem süßes Gebäck wie Sfogliatella, Babà al rum oder Pastiera und eigentlich war es überall lecker. Die Italiener brauchen dazu natürlich einen starken Espresso, wir eher einen Cappuccino. Auch wenn wir jede Mahlzeit in Neapel genossen haben, stach eine nochmal sehr hervor!

leckere napolitanische Pizza und Tiramisu selbst machen

Unser absolutes Highlight der Reise war der Kochkurs, in welchem wir gelernt haben neapolitanische Pizza und Tiramisu selbst zu machen. Den Kurs haben wir über GetYourGuide gebucht und war das Geburtstagsgeschenk für Daniel, es hat sich auf jeden Fall jeder Cent gelohnt. In der kleinen und gut versteckten „Antica Pizzeria Chiaia“ wurden wir herzlich empfangen. Alles war schon vorbereitet, also konnte es nach einem Prosecco - vielleicht auch zwei, schon losgehen. Gemeinsam haben wir zuerst das Tiramisu und anschließend den Pizzateig vorbereitet. Und was sollen wir sagen, es war einfach nur köstlich. Der ganze Abend war von Anfang bis Ende gelungen und das Essen war perfekt. Aber schaut euch gerne unser Reel auf Instagram an und überzeugt euch am besten vor Ort selbst.

Unterkünfte in Neapel

Übernachtet haben wir im Maison la Mitra, einem gut gelegenen Apartment mit Frühstück. Zur U-Bahn geht man nur wenige Laufminuten, eine Supermarkt ist auch direkt um die Ecke. Weiterempfehlen würden wir die Unterkunft aufgrund der Sauberkeit jedoch nicht. Alternativen gibt es aber natürlich genug. 

Für einen Städtetrip nach Neapel lohnt sich vor allem eine Unterkunft in zentraler Lage, etwa im Centro Storico, in Chiaia oder an einer der Metro Linien, vor allem wenn ihr viele Ausflüge plant. So seid ihr schnell bei den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Verkehrsanbindungen und könnt die Stadt bequem zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden. 

Unser Fazit zu Neapel

Neapel ist eine Stadt mit vielen Kontrasten, die nicht bei allen Reisenden den gleichen Eindruck hinterlässt. Gleichzeitig ist die Region rund um Neapel für viele Highlights bekannt, Pompeji hat uns beispielsweise restlos überzeugt, auch wenn die Stadt Neapel selbst nicht unser persönlicher Favorit unter den italienischen Städten war, konnten wir in den verschiedenen Stadtvierteln viel über die Geschichte und das Stadtleben lernen. Und das Essen macht vieles wieder gut. Wer Italien zum ersten Mal bereist, startet vielleicht besser in Städten wie Bari, Mailand oder Rom, bevor Neapel mit seinem besonderen Charakter und den starken Kontrasten auf dem Reiseplan steht. Für Städte- und Pizzafans muss die Stadt aber definitiv auf die Bucket-List.

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