Tirana - Albaniens lebendige Hauptstadt entdecken

Tirana ist die faszinierende Hauptstadt Albaniens, die sich wie ganz Albanien zu einem der aufregendsten Reiseziele im Balkan entwickelt. Diese pulsierende Metropole begeistert mit ihrer einzigartigen Mischung aus bewegter Geschichte, lebendiger Straßenkunst, einem blühenden Café-Leben und einer Energie, die uns sehr gut gefallen hat. Wir haben Tirana in knapp drei Tagen über ein verlängertes Wochenende erkundet. Dafür ist die Stadt, aus unserer Sicht, perfekt geeignet.

Die Anreise nach Tirana

Vom Flughafen Wien ist Tirana bestens erreichbar, sowohl mit Austrian Airlines als auch mit Ryanair kommt ihr Nonstop in unter zwei Stunden an. Vom internationalen Flughafen kommt ihr per Shuttle Bus, der im 30 Minuten Takt fährt, bequem in die Hauptstadt. Aber auch andere größere Städte Albaniens sind von dort gut zu erreichen. Natürlich ist es auch möglich, am Flughafen ein Mietauto zu leihen, aus unserer Sicht jedoch für Tirana nicht notwendig.

Mit dem Bus kommt ihr direkt im Herzen Tiranas an, am Skanderbeg-Platz, ein riesiger offener Platz mit rund 40.000 Quadratmetern. Am Platz thront die Reiterstatue des albanischen Nationalhelden Skanderbeg vor den wichtigsten Regierungsgebäuden und Museen und der Xhamia Et´hem Bej Moschee . Aber schon hier entdeckt ihr den spannenden Mix aus Vergangenheit und Gegenwart. Wir haben die ersten Eindrücke beim leckeren Frühstück im Cafe Botanica direkt am Skanderbeg-Platz im Opera & Ballet Theatre genossen. Obwohl wir im Januar zu Besuch waren, konnten wir im Freien sitzen und die milden Temperaturen genießen.

Aber auch vom geschichtsträchtigen Skanderbeg-Platz aus ist der moderne Touch der Stadt bestens erkennbar. Wir waren selten in einer Stadt, in welcher so viel gebaut wird. Von modernen Stadtquartieren über neue Infrastrukturprojekte bis hin zu zahlreichen neuen Hochhäusern findet ihr viele Baustellen. Geplant wurden viele der Projekte von bekannten Architekturbüros wie OMA, MVRDV, BIG oder Valerio Olgiati. Für uns als Architekten also ein absolutes Highlight und wir freuen uns schon auf ein Wiederkommen, wenn die Bauten fertig sind.

Einige der Projekte wurden aber bereits fertiggestellt und vermitteln einen Eindruck in welche Richtung sich Tirana in Zukunft entwickeln könnte. Zum Beispiel die Pyramide von Tirana. Die Pyramide wurde 1988 zu Ehren von Enver Hoxha, dem Diktator des kommunistischen Regimes, von dessen Tochter errichtet und nach jahrelangem Leerstand und einigen Zwischennutzungen vom Architekturbüro MVRDV umgebaut. Aus der geschlossenen Betonstruktur der Pyramide wurde ein offenes und innovatives Kulturzentrum geschaffen. Die 2023 fertiggestellte Pyramide zählt mittlerweile zu den Wahrzeichen Tiranas und den Wandel der Stadt vom Regime in eine innovative Kultur- und Bildungsstadt. Die Pyramide ist aber auch ein toller Ort, um etwas zu entspannen.

Um die komplizierte Geschichte des Landes kennenzulernen, ist ein Besuch der Museen BUNK’ART 1 und 2 Pflicht. In zweien der zahlreichen Luftschutzbunkern aus der Zeit des Regimes wurden Museen zur Geschichte Albaniens eingerichtet. Vor allem BUNK’ART 1 hat uns sehr gut gefallen, aber natürlich sehr nachdenklich gestimmt. Das Museum liegt am Stadtrand, ist aber sehr gut mit den öffentlichen Bussen erreichbar und bei gutem Wetter bestens mit einem Ausflug auf den Dajti kombinierbar Von der Talstation kommt ihr hier per Seilbahn in rund zehn Minuten auf den Hausberg der Stadt und könnt den Ausblick genießen. Zurück in der Stadt könnt ihr das Ticket von BUNK’ART 1 auch für das zweite der Museen verwenden, dieses ist deutlich kleiner, falls ihr nur eines davon erkunden wollt, empfehlen wir aber definitiv Nummer 1. Wollt ihr noch mehr über Albaniens kommunistische Vergangenheit erfahren, gibt es zum Beispiel auf Get Your Guide* einige angebotene Touren.

Bei einem Spaziergang durch die Stadt findet ihr viele interessante Ecken. Zum Beispiel den Pazari i RI, den traditionellen Markt, das Tirana Castle, in dem mittlerweile vor allem Restaurants zu finden sind, oder im Süden der Stadt den großen Park von Tirana und das Air Albania Stadium. Gerne hätten wir Tirana auch im Zuge einer geführten Walking Tour* näher kennengelernt, als wir vor Ort waren wurden allerdings leider keine Angeboten. Falls wir bald wieder nach Tirana kommen werden wir auch einen traditionellen Kochkurs* nachholen, wir lieben es im Zuge des Kochens mehr über die Kultur und die Geschichte des Landes und der Menschen kennenzulernen.

Essen und Trinken in Tirana

Tirana hat uns auch mit seinen tollen Cafes und Bars beeindruckt, viele davon findet ihr im Viertel Blloku. Zum Beispiel die Radio Bar Tirana, das RUBI Cakes & Specialty Coffee, das Antigua Specialty Coffee und vor allem das HANA Corner Café!

Auf unserer Restaurant Liste wäre das Oda - Traditional Albanian Restaurant gestanden, leider hatte es, als wir vor Ort waren, aber geschlossen. Leckeres Essen gab es aber auch im Zgara Supreme 2 und im Te Met Kodra.

Unterkünfte in Tirana

Wir haben unsere zwei Nächte im Hotel Arber* verbracht. Die Lage des Hotels ist perfekt und sowohl Zimmer als auch Personal waren sehr gut. Wir können es also sehr empfehlen. Sucht ihr nach einem Apartment anstelle eines Hotels, ist  das Rooftop Tirana eine tolle Alternative, ebenfalls mit toller Lage. Die Auswahl an Unterkünften in Tirana ist groß, ebenso auf unserer Liste waren das Hotel La Favorita, die Vatër Apartments* oder die Urban Rooms*. Die meisten Unterkünfte findet ihr bei Booking.com.

Unser Fazit

Tirana mag auf den ersten Blick nicht die schönste Stadt sein, doch je länger man hier verweilt, desto mehr entfaltet sie ihren besonderen Charme. Die Stadt erzählt eine faszinierende Geschichte eines Landes im Wandel und erwartet dich mit offenen Armen und vielem, das es zu entdecken gilt. Lasst euch von dieser außergewöhnlichen Stadt überraschen, in der osmanische Moscheen neben orthodoxen Kirchen stehen und wo sich die Vergangenheit eines kommunistischen Regimes in moderne europäische Lebensart verwandelt hat.