Nara

Nara ist eine Stadt, die wie kaum eine andere das alte Japan lebendig werden lässt. Als erste dauerhafte Hauptstadt Japans ist Nara gespickt mit Geschichte, Kultur und majestätische Tempel. Weltweit bekannt ist sie heute allerdings für etwas anderes, für seine freilaufenden Hirsche. Zwischen großen Parks und beeindruckenden religiösen Stätten ziehen die Hirsche die jeden Besucher sofort in ihren Bann.

Wie kommt ihr nach Nara?

Nach Nara kommt ihr sowohl von Osaka als auch von Kyoto ganz bequem mit dem Zug. Besonders praktisch sind die Verbindungen der Kintetsu-Linie: von Kyoto mit der Kintetsu-Kyoto Line und aus Osakas Zentrum mit der Kintetsu-Nara Line oder der Hanshin-Namba Line. Für eine ganz besondere Anreise könnt ihr den „Aoniyoshi“ nutzen, den Sightseeing Limited Express der Kintetsu-Line, der mehrmals täglich zwischen Osaka, Nara und Kyoto verkehrt. Für den Aoniyoshi solltet ihr unbedingt im Voraus reservieren, idealerweise einige Wochen vorher, während ihr für die anderen Züge der Linie keine Reservierung benötigt. Reservieren könnt ihr ganz einfach Online auf der Website von Kintetsu, hier findet ihr auch alle weiteren Infos und den Fahrplan. Wie in Japan üblich zahlt ihr alle anderen Züge einfach mit eurer IC-Card an den Ticket-Gates, wenn ihr zum Gleis geht und den Bahnhof wieder verlasst.   

Die Highlights in Nara

Der Nara Park ist das Herzstück der Stadt und ein Muss für jeden Besucher. Auf einer Fläche von über 600 Hektar leben rund 1.500 Sikahirsche und laufen völlig frei durch die Stadt, mehr oder weniger zahm. Die Tiere gelten als Boten der Götter und begleiten Besucher auf Schritt und Tritt, vor allem wenn sie Futter erspähen. Hirschcracker sind überall im Park erhältlich und sorgen für lustige Momente, aber Achtung, teilweise auch für leicht aggressive Hirsche, es bleiben doch immer Wildtiere. 

Neben den Hirschen gibt es im Park aber auch einige tolle Tempel, zum Beispiel den Todai-ji-Tempel oder den Kasuga-Taisha-Schrein. Der Todai-ji-Tempel gehört zu den bedeutendsten buddhistischen Tempeln Japans. Er beherbergt eine 15 Meter Hohe Buddha Statue. Das Hauptgebäude des Tempels ist eines der größten Holzgebäude der Welt und beeindruckt auch mit seiner kunstvollen Gestaltung. 

Der Kasuga-Taisha Schrein ist anders wie der Todai-ji ein Shinto-Schrein. Am beeindruckendsten sind die vielen Stein- und Bronzelaternen, im und um den Schrein, diese werden jährlich bei speziellen Lichterfesten entzündet. Beide Tempel wurden im 8. Jahrhundert gegründet und gehören mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe. 

Wir besuchten ausschließlich den Kasuga-Taisha Schrein, dessen beeindruckendes Inneres ihn zu einer beliebten Hochzeitslocation macht – wie wir selbst während unseres Besuchs miterleben durften. Im Tōdai-ji-Tempel hingegen war es uns zu voll, um das Innere zu erkunden. Die Eintrittspreise für beide Stätten liegen bei etwa vier bis fünf Euro.

Ein weiterer beeindruckender Tempel im Nara-Park ist der Nigatsu-dō, der zwar zur Tempelanlage von Tōdai-ji gehört, aber auch für sich allein ein imposantes Bauwerk darstellt. Die Lage auf einer Anhöhe am Stadtrand von Nara bietet einen großartigen Blick über die Stadt, der besonders bei Sonnenuntergang bestimmt noch spektakulärer wirkt. Rund um die hölzerne, kunstvoll verzierte und reich geschmückte Haupthalle befinden sich zahlreiche Laternen, die jeden Abend nach Sonnenuntergang entzündet werden. Der Besuch des Tempels ist kostenlos, und die Terrasse um die Haupthalle kann frei betreten werden.

Der Nara Park ist also definitiv eine Reise wert! Wir empfehlen euch aber eine größere Runde durch den Park zu machen um auch die ruhigeren und schöneren Ecken des Parks zu erkunden. Hier findet ihr unsere Route durch den Nara Park, ihr könnt sie über den Link direkt in Google Maps öffnen. 

Essen in Nara

Da wir nur einen Tagesausflug nach Nara unternahmen, blieb wenig Zeit, um viele Lokale zu testen. Dennoch entdeckten wir zwei hervorragende Cafés. Das Rokumei Coffee direkt am Bahnhof war unser erster Stopp nach der Ankunft – der Kaffee und das Frühstück haben uns überzeugt. Noch beeindruckender jedoch war NORR Coffee Roasters, unser absolutes Lieblingscafé der gesamten Japanreise. Es liegt im Eingangsbereich eines wunderschönen mehrgeschossigen Hauses mit kleinem Lichthof, in das wir am liebsten sofort eingezogen wären. 

Aber auch für Mochi Liebhaber gibt es in Nara einen Hotspot. Im Nakatanidou, einem der berühmtesten Mochi Lokalen Japans, werden die traditionellen japanischen Reisküchlein noch per Hand geschlagen, dabei könnt ihr zusehen und sie anschließend frisch genießen.   

Unser Fazit zu Nara

Die erste Hauptstadt Japans solltet ihr auf jeden Fall auf eurer Liste haben. Ein Tagesausflug ist aus unserer Sicht aber ausreichend. Die Highlights der Stadt sind direkt in Bahnhofsnähe und aus Kyoto und Osaka ist Nara bestens erreichbar.