Haputale - Sri Lankas verstecktes Teeparadies!

Haputale ist ein kleines, oft übersehenes Bergstädtchen im zentralen Hochland Sri Lankas – doch wer einmal hier war, wird die atemberaubenden Ausblicke und die entspannte Atmosphäre nie vergessen. Eingebettet in endlose Teeplantagen und auf rund 1.400 Metern Höhe gelegen, bietet Haputale, beziehungsweise die Gipfel um Haputale, einen spektakulären Blick, teilweise bis zur Küste des Indischen Ozeans. Und auch wenn es in Haputale nicht ganz so viel zu sehen gibt, verpassen sollte man es nicht! Beeindruckt hat uns vor allem die Wanderung zum Lipton's Seat, welche wir zuvor kaum bei einem Reiseführer, geschweige denn auf Reiseblogs oder Instagram gesehen haben.

Anreise nach Haputale?

Wie auf unserer gesamten Sri Lanka-Reise setzten wir auch nach Haputale auf öffentliche Verkehrsmittel – ideal für authentische Eindrücke, aber auch gut für die Geldbörse. Haputale liegt perfekt an der spektakulären Hochland-Bahnstrecke und ist von Nanu Oya oder Ella in nur rund eineinhalb Stunden erreichbar. 

Sri Lanka Züge bieten drei Klassen: Erste Klasse mit Klimaanlage und reservierten Sitzplätzen, zweite Klasse mit Ventilatoren und oft buchbaren Plätzen sowie dritte Klasse ohne Reservierung – hier ist es eng und stehend reisen üblich. Eine Reservierung würden wir euch auf jeden Fall ans Herz legen, da die Strecken relativ weit sind. Von Kandy bis Ella* braucht ihr etwa sechs bis sieben Stunden, aber es lohnt sich auf jeden Fall!

Für die beliebten Strecken, vor allem im Hochland Sri Lankas, solltet ihr eine Tage vorab reservieren um noch Plätze zu ergattern. Falls ihr schon vor Ort seit geht das am Schalter am Bahnhof, bequemer ist es aber natürlich online, zum Beispiel über 12go.asia*, trip.com* oder auch GetYourGuide*.  

Natürlich könnt ihr Sri Lanka auch flexibel mit Mietwagen oder Tuktuk erkunden. Als Taxi-Apps eignen sich Uber oder die lokale PickMe App, mit der ihr auch Tuktuks bequem zum Festpreis online buchen könnt. Von Kandy nach Ella braucht ihr mit dem Auto rund viereinhalb bis fünf Stunden bei guter Verkehrslage, plant aber auf alle Fälle mehr ein! 

Die Highlights in Haputale

Die Geschichte der Stadt Haputale ist eng mit dem Teeanbau verbunden. Während der britischen Kolonialzeit wurde die Region gezielt für den Anbau von Ceylon-Tee erschlossen. Besonders bekannt ist die Dambatenne Teefabrik, die 1890 von Sir Thomas Lipton gegründet wurde – dem Mann, dessen Name bis heute mit Tee verbunden ist, vermutlich kennt jeder von euch zumindest den Eistee von Lipton.

Ein Spaziergang auf dem Lipton’s Seat, dem Lieblingsplatz des Teemagnaten, ist von der Dambatenne Teefabrik aus möglich. Alternativ könnt ihr den Bus zum Lipton´s Seat nehmen und wandert den letzten Kilometer bis zum Aussichtspunkt. Und am Rückweg wandert ihr durch die endlosen Teeplantagen bis zur Teefabrik. Nach einer sehr interessanten Führung und anschließender Verkostung könnt ihr den Bus zurück nach Haputale nehmen.

Der Tourismus spielt heute augenscheinlich kaum eine Rolle in Haputale, zumindest haben wir kaum andere Touristen angetroffen. Obwohl Wanderfreunde, Naturliebhaber und Ruhesuchende in der Region um Haputale durchaus auf Ihre Kosten kommen würden. Neben dem Lipton's Seat lohnt sich auch ein Besuch des Adisham Bungalows, einem ehemaligen britischen Landhaus im Tudor-Stil, das heute als Kloster dient. Wir hätten das Kloster sehr gerne besucht, leider hat die Zeit dazu nicht gereicht.

Essen in Haputale

Da wir nur eine Nacht in Haputale verbrachten und dabei köstlichst in unserer Unterkunft verpflegt wurden, können wir euch hier leider keine Empfehlungen aussprechen. Außer, übernachtet einfach im White Monkeys Dias Rest

Unterkünfte in Haputale

Einfach genial war unsere Unterkunft. Gelegen auf den Hügeln etwas außerhalb der Stadt Haputale können wir euch das White Monkeys Dias Rest* nur ans Herz legen. Die Hütten sind nicht außergewöhnlich komfortabel, aber für ein bis zwei Nächte sehr ok. Beeindruckt hat uns dafür die Lage in den Hügeln, die Buslinie an der Hauptstraße bringt euch übrigens direkt zur Teefabrik oder zum Eingang des Lipton's Seat. Ganz besonders in Erinnerung blieb uns allerdings die Familie. Bereits bei der Ankunft werdet ihr an der Straße von Franky in seiner kleinen Hütte am Straßenrand empfangen. Lasst euch von ihm gerne eine leckere Kokosnuss servieren und ein paar Geschichten über Haputale oder das Leben auf Sri Lanka erzählen. Zum Beispiel, dass es zu dieser Jahreszeit noch nie so viel geregnet hat. 

Das absolute Highlight in der Unterkunft war allerdings das Abendessen, wir haben uns für das klassische Curry mit Reis entschieden. Im Wohnzimmer der Familie haben wir die unterschiedlichsten Currys serviert bekommen und hätten davon drei Tage lang essen können, jedes einzelne davon gehörte zu den besten Currys in ganz Sri Lanka! Auch die Hilfsbereitschaft der Familie war beeindruckend, ja wir haben kaum unfreundliche Personen auf Sri Lanka getroffen, aber hier war es noch beeindruckender.

Aber natürlich gibt es auch weitere Unterkünfte in Haputale, auf unserer Liste waren noch das Amaya View Guest Inn, das Mountain Paradise Bliss Guest House, das Nilowin Glenanore Guesthouse und das Olympus Plaza Hotel*.

Vor Beginn unserer Reise waren wir uns unsicher, ob sich ein Stopp in Haputale lohnt oder ob wir direkt von Ella nach Udawalawe weiterfahren sollten. Rückblickend hat sich der Zwischenstopp jedoch mehr als gelohnt: Die Landschaft rund um Haputale gehört für uns zu den schönsten in ganz Sri Lanka und der Ausblick vom Lipton’s Seat wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Einen Halt in Sri Lankas Teeregion Nummer eins können wir euch daher nur empfehlen – selbst wenn es nur für eine Nacht ist. Unsere komplette Reiseroute durch Sri Lanka findet ihr hier, und wenn ihr mögt, stöbert gerne auch in unseren weiteren Beiträgen.